Nach Krankenhausaufenthalt
Papst Franziskus schwer gezeichnet: Vatikan-Experte spricht von "schockierendem" Zustand
- Veröffentlicht: 04.04.2025
- 12:54 Uhr
- Benedict Hottner
Nach einer schweren Lungenentzündung kämpft sich Papst Franziskus zurück ins öffentliche Leben. Doch sein Zustand gibt Anlass zur Sorge.
Fünf Wochen verbrachte Papst Franziskus in der Universitätsklinik Gemelli in Rom. Eine schwere Lungenentzündung sowie zeitweise eingeschränkte Nierenfunktionen setzten dem 88-Jährigen zu. Mehrfach litt er unter Atemnot und war laut seinen Ärzten zeitweise in Lebensgefahr.
Erschreckender Auftritt nach Krankenhausaufenthalt
Als er sich am 23. März erstmals wieder der Öffentlichkeit zeigte, wirkte er deutlich geschwächt. Auf dem Balkon des Krankenhauses sprach er mit schwacher Stimme zu den Anwesenden. Der renommierte Vatikan-Experte Marco Politi äußerte sich jetzt gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" zum Zustand des Oberhaupts der katholischen kirche.
Politi bezeichnete den Auftritt als "schockierend". "Für diejenigen, die den Papst kennen, war es erschreckend: "Wie schwer er sich bewegen konnte, wie er nach Luft rang. Was er sagte, kam zerstückelt aus seinem Mund", so Politi. Einzig seine Augen wirkten lebendig und spiegelten seinen unermüdlichen Willen wider.
Franziskus "muss das Sprechen neu lernen"
Obwohl Franziskus die akute gesundheitliche Krise überstanden hat, steht ihm laut Politi eine "sehr schwere Zeit" bevor. "Er kann praktisch nicht mehr gehen, er kann kaum reden und muss das Sprechen neu lernen." Zudem sei das Kirchenoberhaupt durch das Infektionsrisiko stark eingeschränkt und könne keine größeren Gruppen mehr empfangen oder an Versammlungen teilnehmen. Dies sei besonders schwer für Franziskus, der als kommunikative Persönlichkeit bekannt ist.
Spekulationen über Rücktritt nehmen zu
Seit Beginn seiner Erkrankung gibt es immer wieder Spekulationen über einen möglichen Rücktritt. Der französische Kardinal Jean-Marc Aveline schloss gegenüber dem Onlinemagazin "Katholisch.de" nicht aus, dass der Papst sich zurückziehen könnte: "Alles ist möglich." Auch Kardinal Gianfranco Ravasi hatte Mitte Februar gegenüber "La Repubblica" erklärt: "Er könnte entscheiden, sich zurückzuziehen." Dem widersprach jedoch der emeritierte Kardinal Giovanni Battista Re, der betonte, Franziskus werde bald wieder zurückkehren.
Der Papst selbst hat sich bislang nicht konkret zu einem Rücktritt geäußert. Politi weist darauf hin, dass Franziskus sich gegen Druck zurückzuziehen wehrt: "Wenn man Druck auf ihn ausübt, sagt er: 'Nein, ich trete nicht zurück, das Petrusamt ist für immer'!" Dennoch habe er in der Vergangenheit angedeutet, dass ein Rücktritt unter bestimmten Umständen nicht ausgeschlossen sei. Ob der Papst angesichts seiner aktuellen gesundheitlichen Probleme diesen Schritt gehen wird, bleibt ungewiss.
- Verwendete Quellen:
- augsburger-allgemeine.de: Vatikaninsider: "Für Papst Franziskus fängt eine sehr schwere Zeit an"
- katholisch.de: Papst-Vertrauter: Franziskus ist müde und Rücktritt möglich